Einmal um die halbe Welt

Reisetagebuch

Epilog

Posted by Markus - März 10, 2012

Nun bin ich schon seit fast zwei Wochen wieder zurück in Berlin und konnte alles mal sacken lassen. So schön die Reise auch war, so bin ich doch froh, dass sich mein Leben wieder etwas normalisiert hat.

In sechs Monaten hin und in 24 Stunden wieder zurück. Es war schon seltsam auf dem Monitor im Flugzeug die Strecke zu sehen, die ich zuvor entlang gezockelt bin. Wie beschwerlich es manchmal war und ich jetzt einfach drüber hinweg flog. Aber dafür wurde das Flugzeug ja erfunden.

Den Gedanken diese Reise zu machen hatte ich schon seit mehreren Jahren. Ich hatte aber nie den richtigen Zeitpunkt dafür gefunden. Da ich mal eine Pause von Job und London brauchte, war die Zeit reif. Auch um das endlich mal aus meinem Kopf zu bekommen.

Im Grunde kann man in jedes Land zu jeder Zeit im Jahr reisen. Allerdings schloss ich für mich einiges aus. So wollte ich nicht im Winter nach Sibirien oder zur Regenzeit nach Südostasien. Und so hat sich das mögliche Zeitfenster so ergeben, wie ich letztendlich gereist bin. Man kann den Zeitpunkt nicht optimal für jedes Land gestalten, aber so war es für mich der beste Kompromiss. Wäre ich später losgefahren wäre es in Russland und der Mongolei zu kalt gewesen. Bei einer früheren Abfahrt wäre ich voll in die Überschwemmungen in Thailand und Kambodscha gekommen. Außerdem wäre Land unter in Laos gewesen. Auch in der Rückbetrachtung war es die richtige Entscheidung.

Die ursprüngliche Intension, die Reise ohne Flugzeug zu machen, war die Größe und Weite unseres Planeten zu erfahren. Wie weit ist es bis zum anderen Ende der Welt? Ich habe ja schon manche Fernreise hinter mir und jedes mal wird man nach 12 Stunden mehr oder weniger Schlaf im Flugzeugsitz in eine andere Welt katapultiert. Zu sehen, wie sich die Kulturen und Menschen auf dem Weg dorthin verändern war schon sehr spannend. Auch wenn ich manches von meinen Reisen nach China, Thailand oder Indonesien schon kannte. Aber die Intensität der Erlebnisse war durch diese Art des Reisens sehr hoch. Dadurch, dass ich einigermaßen schnell voran kommen und trotzdem die interessanten Orte nicht verpassen wollte, war es zeitweise schon ziemlich anstrengend. Kein Wunder hatte ich mehrere Kilos abgenommen. Das wird aber langsam wieder. Ich habe dann in Timor gemerkt als ich mal gezwungen wurde nichts zu tun, wie alle Energie raus war und ich für zwei Wochen zu nichts Lust hatte. Im Vorfeld hatte ich das schon erwartet, nur hatte ich schon viel früher damit gerechnet. Aber wenn die Orte so interessant sind und man nebenbei noch alles organisieren muss vergisst man die Anstrengung.

Ich weiß nicht genau wie viele Kilometer ich letztendlich zurückgelegt habe. Vielleicht rechne ich es mal genau aus, wenn ich die Muse dazu habe. Luftlinie sind es etwas mehr als 18000 km von Berlin nach Wellington. Die Reiseroute, die ich nahm, habe ich mal auf Google Maps grob abgesteckt und bin auf 27000 km gekommen. Die tatsächliche Strecke war dann wohl mehr als 30000 km. An Transportmitteln war dann auch alles dabei. Zug, Bus, Minibus, S-Bahn, Yacht, Fähre, Containerschiff. Wenn ich auch auf der Reise abgenommen habe, Sitzfleisch war auf jeden Fall genügend vorhanden.

Ich wurde oft gefragt, wo es mir denn am besten gefallen hat. Das kann ich kaum beantworten, da die Vielfältigkeit der eigentliche Höhepunkt war. Man kann auch die Mongolei zum Beispiel schwer mit Indonesien vergleichen. Russland fand ich sehr interessant, da ich in dieser Gegend noch nie war. Auch wenn die Landschaft bis auf den Baikalsee nicht sonderlich spektakulär ist. Die Weite der mongolischen Steppe war ebenso faszinierend wie China, auch wenn ich da schon zum dritten mal war. Die verschieden Länder Südostasiens in ihrer Unterschiedlichkeit und Schönheit zu erleben war auch toll. 5 Wochen in Timor-Leste zu verbringen findet man wahrscheinlich in keinem Reiseprospekt. Es war aber dennoch hochinteressant, ein wenig Einblick zu erhalten, in ein Land, das als eines der jüngsten in die Völkergemeinschaft aufgenommen wurde und das noch unter UN-Protektorat steht. In Australien und Neuseeland hätte ich gerne mehr Zeit verbracht. Aber die Umstände der Reise brachten es mit sich, dass ich nirgendwo angemessen Zeit hatte das Land zu erkunden. Ich musste ja noch was für spätere Reisen übrig lassen. Ich habe vor, noch mal nach Kambodscha zu gehen, wo ich nur Angkor Wat besuchte. Auch von Malaysia war ich angenehm überrascht und würde das Land gerne mal außerhalb der Regenzeit bereisen. Sehr gut gefallen hat mir Laos und die Natürlichkeit der Menschen, die dort leben. Nicht zu vergessen die Überfahrten mit den Schiffen, die in dieser Form für mich wohl einzigartig bleiben werden . Wenn ich einen einzigen Ort nennen müsste der mich am meisten fasziniert hat, dann war das wohl die Schwefelmine im Vulkan Ijen in Indonesien. Vor allem die Arbeitsumstände, die dort herrschen, gepaart mit der unwirklichen Schönheit der Ortes.

Ich hatte mir zu Beginn lange überlegt ob ich überhaupt ein Onlinereisetagebuch führen sollte. Ich bin sonst immer nach der Devise gereist „wenn ich weg bin, bin ich weg“ und dann will ich auch nicht an zu Hause denken. Aber diese Reise war ja anders und vor allem länger. Es war so gedacht, dass die Menschen, die es interessiert, ab und zu nachschauen konnten wo ich mich gerade rumtreibe. Auch, dass ich nicht immer die gleichen Emails schreiben musste. Ich war mir auch nicht sicher wie lange ich selbst Lust dazu hatte und dachte es würde auch schwer werden überall Internetzugang zu bekommen. Wie sich aber herausstellte gab es den in jeder noch so kleinen Hütte. Da ich auf meiner Website sehen kann, wie viele Leute drauf klicken und mein Tagebuch regelmäßig gelesen wurde, war ich motiviert. Man schreibt ja nicht gerne in die unendlichen Weiten des Cyberspace. Im Schnitt hatte ich 50 Klicks pro Tag. Mit der Zeit hatte ich mehr und mehr Lust bekommen und es wurde eine Selbstverständlichkeit. Ich war richtig angenervt als ich in China keinen Zugriff hatte. Man schreibt so einen Reisebericht ja nicht nur für die Anderen, sondern auch für sich selbst. Gerade wenn man alleine unterwegs ist und so viele Eindrücke sammelt, kann man sich so sehr gut mitteilen. Man wird so seine Erlebnisse los, bevor einem der Kopf überquillt. Und letztendlich ist es schön im nachhinein eine Chronik in den Händen bzw. auf der Festplatte zu haben. Auch dadurch, dass ich alles noch mal niedergeschrieben habe sind mir alle Orte, trotz der Fülle, auch jetzt noch unheimlich präsent.

Daher möchte ich mich bei allen bedanken, die fleißig mitgelesen haben und auch bis zum Schluss dabei geblieben sind. Auch für die vielen Kommentare.

Die über 1000 Fotos, die ich hochgeladen habe, hatte ich fast ausschließlich mit meiner Digitalkamera gemacht. Nebenbei habe ich auch mit meiner analogen Hasselblad fotografiert und die Filme unterwegs entwickeln lassen. Hier in Berlin habe ich diese nun eingescannt. Zum Schluss noch eine Diashow mit einer Auswahl in chronologischer Reihenfolge.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

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Indecisive moments

Posted by Markus - März 8, 2012

Meistens hatte ich meine analoge Hasselblad Kamera an der Seite über die Schulter gehängt, mit dem Objektiv nach unten zeigend. Da der Auslöser etwas hervor steht, bin ich beim Laufen öfters dagegen gestoßen und habe aus Versehen ein Bild gemacht. Während der gesamten Reise ist mir das ein gutes Duzend mal passiert. Also einen kompletten Film verschwendet.

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Tobolsk, Russland

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Ulan-Bator, Mongolei

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Pingyao, China

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Muang Ngoi, Laos

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Luang Prabang, Laos

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Luang Prabang, Laos

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Georgetown, Penang, Malaysia

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Taiping, Malaysia

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Yogyakarta, Indonesien

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Bromo, Indonesien

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Ijen, Indonesien

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Maubisse, Timor-Leste

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Angekommen!

Posted by Markus - Februar 20, 2012

Bei der Einfahrt in die Bucht von Wellington wurde ich dann doch etwas unruhig. Mir ging nochmals durch den Kopf, welche Reise und Strecke eigentlich hinter mir liegt. Ich bin aber auch froh und erleichtert endlich angekommen zu sein. Am Pier hat mich Florian abgeholt, der hier in Wellington arbeitet. Bei ihm zu Hause haben wir abends mit seiner Familie gegrillt. Ein schöner Empfang.

Heute hatte ich mein Vorstellungsgespräch, was gut lief. So wie es aussieht komme ich bald wieder hier her. Aber erst einmal geht es wieder zurück nach Hause. Der Rückflug ist ja schon gebucht. Ich freue mich auch schon auf ein etwas steteres Leben. Erst hatte ich überlegt mir noch etwas auf der Nordinsel anzuschauen. Aber jetzt bleibe ich die 5 Tage lediglich in Wellington. Ich denke ich werde noch genügend Zeit haben, wenn ich wieder hier bin.

Sieht so aus als wird mein Reisetagebuch so langsam zugeklappt. Wenn ich wieder in Berlin bin, wollte ich noch eine kleine Nachbetrachtung schreiben und ein paar Bilder hochladen, die ich mit meiner Analogkamera gemacht habe. 60 Filme warten darauf eingescannt zu werden. Aber vielleicht passiert ja in Wellington noch etwas Aufregendes.

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Abfahrt von der Südinsel

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Die Bucht von Wellington

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Einfahrt in den Hafen

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Die Gangway wird rausgefahren und…

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Touchdown!

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Abel Tasman National Park

Posted by Markus - Februar 17, 2012

Heute hatte ich die Gelegenheit meinen Rausch wieder rauszuwandern. Ich war im Abel Tasman National Park (benannt nach Abel Tasman, ein holländischer Entdecker, der vor der Küste segelte aber von den Einheimischen wieder verjagt wurde, bevor er einen Fuß auf die Insel setzen konnte). Von Nelson aus (benannt nach Admiral Nelson, der auf der Säule auf dem Trafalgar Square in London thront) ging es morgens mit dem Bus in den Park nach Marahau. Dies war mein letzter Ausflug bevor ich morgen Richtung Wellington die Cook Strait überquere (benannt nach dem berühmten Seefahrer James Cook). Ja, die Kiwis lieben ihre Entdecker.

An der Küste des Parks gibt es einen Wanderweg, den man in 3-5 Tagen ablaufen kann. 5 Stellen auf dieser Route werden mit Wassertaxis angefahren. Alles ist super organisiert. Man kann sich auch an irgendeine Stelle hinbringen lassen, woanders hinwandern und wird dann wieder abgeholt. Das habe ich gemacht. Auch die Busfahrt von und nach Nelson wird organisiert. So verbrachte ich 6 Stunden dort. Die Wanderung ging über 14 km. Der Pfad verlief durch den Wald und wurde immer wieder von sehr schönen Buchten mit goldgelbem Sand unterbrochen. Auf halber Strecke habe ich mich an den Strand gelegt und meine Stullen gegessen. Ins ziemlich kalte Wasser bin ich dann auch gegangen. Es ist schon seltsam. Bei einem eher gemäßigten Klima, ähnlich wie bei uns, hat man hier güldene Strände, wie man sie aus den Tropen kennt. Das Gestein an der Küste besteht aus Granit, das viel Eisen enthält. Durch Berührung mit dem Wasser oxidiert dieses und so entsteht die bräunlichgelbe Farbe. Oder wie der Skipper des Wassertaxis sagte:“They say it’s golden sand, but it’s just rusty, old beaches.“

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Mein Rastplatz

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Wassertaxi

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Split Apple Rock

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Wanderweg

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Hängebrücke

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Ebbe

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Hicks

Posted by Markus - Februar 17, 2012

In Nelson angekommen habe ich erstmal für den Rest des Tages nichts gemacht. Und damit es am nächsten Tag auch nicht so anstrengend wird, habe ich eine Weintour gebucht. Rund um Nelson gibt es viele Weingüter, wenn es auch nicht das Hauptanbaugebiet ist. Das liegt 100 km südöstlich. Wir waren eine Gruppe von 9 Leuten und haben mit dem Minibus 4 Weingüter angesteuert. Überall wurde ordentlich probiert und der Spucknapf blieb meist knochentrocken. Am Ende des Tages hatte dann jeder ungefähr eine Flasche Wein intus. Ich war das Weintrinken nicht mehr gewohnt. Vor allem wenn man schon um halb eins vor dem Mittagessen anfängt. Dementsprechend war ich auch ziemlich angeschickert. Aber das gehört ja dazu. Die Weine waren teilweise sehr lecker. Es waren vor allem Weisweine und ich bin eher ein Rotweintrinker. Aber bei strahlendem Sonnenschein ist ein Weiswein ja auch nicht das Falsche. Die Tour war sehr informativ und nicht so hochgestochen, wie man es oft bei Weinliebhabern vorfindet. Genau richtig.

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Blick von den Hügeln auf die Bucht von Nelson

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Weingut eines Spielkasinobesitzers aus Las Vegas

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Kaikoura

Posted by Markus - Februar 15, 2012

Meistens fährt nur ein Bus pro Tag. So auch von Christchurch nach Kaikoura. Morgens um 7, d.h. aufstehen um 6. So war ich wenigsten früh dort und konnte noch was unternehmen. Kaikoura ist bekannt für seinen Reichtum an Meereslebewesen. Und zwar in allen größen. Der Grund ist ein 1600 m tiefer Graben vor der Küste. Dort treffen kalte südliche Strömungen auf warme nördliche, was tiefliegende Nährstoffe nach oben spült. Daher tummelt sich sich dort alles, von Plankton bis zu großen Meeressäugern. Und zwar das ganze Jahr über. Es gibt Delfine, Robben und Wale. Alle drei sind die Hauptattraktionen und ziehen viele Besucher an. Dementsprechend werden sie auch kommerziell ausgeschlachtet. Ich wollte in der kurzen Zeit so viel wie möglich mitnehmen und habe mich ebenfalls eingeklinkt.

Ich kam um 10 Uhr morgens an und bin gleich zum Veranstalter für „Whale Watching“ gegangen. Eine Stunde später war ich auf dem Boot. Die Tour dauerte zweieinhalb Stunden. Zwei Pottwale habe ich gesehen. Wir sind vielleicht auf 50 m rangekommen und nach 5 Minuten sind sie abgetaucht. Ich hatte mir etwas mehr erwartet. Viel Action war nicht. Ich dachte sie werfen sich durch die Gegend, wie man es vom Fernsehen kennt. Naja, die bekommen sicher keinen Job bei Seaworld.

Zurück an Land bin ich einmal um die Halbinsel gelaufen. 11 km an den Robbenkolonien vorbei. Die meisten haben sich gesonnt und ich konnte bis auf 2 Meter rankommen. Auch die Küstenlandschaft ist unheimlich schön. Am Ende des Tages war ich ziemlich platt und habe mich im Hostel in Sauna und Whirlpool entspannt.

Ein Säugetier war ja noch übrig. Ungefähr 2000 Delfine wohnen vor der Küste. Schon bei der Busfahrt habe ich Massen gesehen, die ihre Kapriolen schlugen. Mein Bus nach Nelson ging am nächsten Morgen um 10 Uhr. Zeit genug um noch um 5:30 zum Schwimmen mit Delfinen zu gehen. Dort gibt es vor allem die „Dusky Dolphins“, die nur in der südlichen Hemisphäre zuhause sind. Die sind etwas kleiner und schwarz mit hellem Bauch. Um 4:30 habe ich mich aus dem Bett gequält. Wach war ich spätestens als ich mit Schnorchel und Taucheranzug in den 16 Grad kalten Pazifik glitt. Mann war das kalt! Die Delfine kommen morgens zurück von ihrer Nahrungssuche in den tieferen Gewässern und sammeln sich in Scharen etwa 500 m vor der Küste. Die Veranstalter wissen wo sie sich meistens aufhalten und so wurden wir mit Schnellbooten dort hin gebracht. Einmal im Wasser machten wir Geräusche durch den Schnorchel und Tauchbewegungen um sie neugierig zu machen. Die Tiere sind komplett wild und werden auch nicht angelockt. Sie kommen bis auf Armlänge heran. Wenn man Augenkontakt hält schwimmen sie mit einem im Kreis. Das war dann schon beeindruckend. Wo wir waren, waren hunderte von ihnen. Manchmal sind 5 oder 6 Delfine um mich herum geschwommen. Sie sind sehr verspielt und springen aus dem Wasser und schlagen Saltos. Wahrlich ein besseres Zeugnis für Seaworld.

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Pottwal

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Ältestes Haus in Kaikoura.

Wurde von den früheren Walfängern gebaut. Das Fundament besteht aus Walknochen.

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Wind, da bläst er.

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Dusky Dolphins

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Christchurch

Posted by Markus - Februar 15, 2012

Viel Zeit in Neuseeland habe ich nicht, also arbeite ich mich so langsam an der Ostküste hoch bis Picton, von wo die Fähre nach Wellington geht. Gegen 7 Uhr morgens bin ich von Bord gegangen. Mein erstes Ziel war Christchurch. Mit dem Bus zweieinhalb Stunden nördlich. Über Christchurch selbst habe ich nicht so viel zu erzählen. Dafür war ich auch zu kurz dort. Nur einen Nacht. Ein großer Teil der Innenstadt ist gesperrt, weil die Erdbebenschäden beseitigt werden. Überall sieht man noch die Spuren. Eingestürzte Häuser, verschobene Straßen und Stützen an alten Kirchengemäuern. Manche Geschäfte wurden provisorisch in Containern untergebracht. Ich war auch an einem Montag dort und so war abends auch nicht viel geboten. Ich bin am nächsten Morgen weiter. Erwähnenswert ist vielleicht meine Unterkunft. Das Hostel war in einem früheren Gefängnis. „Jail House Backpackers“. Die Zimmer waren in den ehemaligen Zellen und auch sonst hatte alles irgendwie Gefängnis zum Thema.

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Jail House Backpackers

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Bahia Negra

Posted by Markus - Februar 12, 2012

Der Wettergott meint es gut mit mir. Bei meiner Fahrt nach Neuseeland gab es kaum Seegang. Obwohl ich es schon mal gerne so richtig raue See miterlebt hätte, wenn das Containerschiff durch die Wellen pflügt. Aber nur für eine Stunde und dann müsste es wieder gut sein.

In der Nacht vor der Abfahrt aus Melbourne wurden Container be- und entladen. Obwohl das Schiff nur zu einem Drittel sein Kapazität beladen wurde, haben sie eine Reihe Container direkt vor mein Kabinenfenster gestellt. Im Kleingedruckten stand auch, dass dies passieren kann. Auch dass die Ladung vor den Passagieren Vorrang hat. Das Platzieren der Container folgt einem komplizierten System, bei dem Gewicht, Art der Ladung und Bestimmungsort berücksichtigt werden muss. Die Balance des Schiffs ist wohl wichtiger als mein Ausblick.

Das Schiff ist ein riesiger Haufen Stahl. Alles ist hier überdimensioniert. Der 1. Ingenieur hat mir den extrem lauten Maschinenraum gezeigt. Ein 50000 PS Motor schiebt die „Bahia Negra“ mit 20 Knoten vorwärts. Auch sonst ist alles aus solidem, schwerem Material. Und in erstklassigem Zustand. Das Schiff ist erst 5 Jahre alt und wird permanent gewartet. Insgesamt sind 25 Mann Besatzung an Bord. Die Offiziere kommen aus Polen und die Crew von den Philippinen. Ich bin in der Kabine des 4. Ingenieurs untergebracht, der wegrationalisiert wurde. Ausgestattet mit Kühlschrank, TV, DVD-Player und Stereoanlage. Alles super, bis auf den Bettvorleger, auf dem mir bei leichter Schräglage des Schiffes eine volle Rotweinflasche zerschellte. Hab ich aber schon wieder gewaschen.

Meine Tage verbringe ich damit, mein Showreel für meine Bewerbung in Neuseeland zusammenzuschneiden, zu lesen oder DVDs zu schauen. Ab und zu mache ich Spaziergänge an Deck. Bis zum Bug sind es ja 200 m.

Durch die Verspätung in Melbourne wurde die Route geändert. Mein Ziel war Timaru, das in der Mitte der Südinsel von Neuseeland liegt und ursprünglich der erste Hafen nach Melbourne sein sollte. Danach war geplant das südlichere Port Chalmers anzulaufen. Diese wurden aber getauscht, so dass ich die Gelegenheit hatte in Port Chalmers einen Landgang zu machen. Port Chalmers liegt in einer Bucht und wir fuhren durch eine langgezogene, enge, s-förmige Wasserstraße in den Containerhafen. Auch dort war wenig Platz und das Schiff wurde auf der Stelle gedreht, wobei es am Bug und achtern extrem knapp wurde.

In Port Chalmers habe ich dann zum ersten mal meinen Fuß auf neuseeländischen Boden gesetzt. Meine formale Einreise fand in Timaru statt, aber mein Passagierschein genügte um den Hafen zu verlassen. Im Grunde war ich zu dem Zeitpunkt ohne Visum im Land. Ich hatte nur den Nachmittag und Abend zur Verfügung, denn am nächsten Morgen ging es weiter. Port Chalmers ist sehr klein und so bin ich zum Nachbarort Dunedin mit dem Bus gefahren. Die Zeit reichte nur für einen kurzen Stadtbummel und zum Abendessen.

Schon am nächsten Tag mittags waren wir in Timaru. Obwohl wir einen Zwischenstopp hatten und später losfuhren, kamen wir wie geplant an. Anscheinend hatte der Maschinist ein paar Briketts mehr aufgelegt und ordentlich Fahrt gemacht. Nach der Quarantäneüberprüfung muss ich noch auf den Zoll warten. Heute ist Sonntag und der wusste nicht, dass ich komme. Heute Abend um 8 Uhr werde ich dann offiziell in Neuseeland sein. Ich schaue mir ein wenig Timaru an und übernachte nochmal auf dem Schiff. Morgen früh muss ich dann rechtzeitig von Bord bevor sie wieder in See stechen.

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Noch liegt die „Bahia Negra“ (rechts) im Hafen von Melbourne

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Containerkran

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Kran beim Container-Tetris

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Blick über den Containerhafen auf die Skyline von Melbourne

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Ausfahrt aus dem Hafen von Melbourne

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Letzte Tankstelle vor der Autobahn

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Öltanker vor Melbourne

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Der Motor des Schiffs. 50000 PS

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Alles ist hier etwas größer. Ein/Auslaßventil.

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An der Reling unterhalb der Container.

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Ankerkette

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Bugnase

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Blick zurück

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Brücke

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Einfahrt nach Port Chalmers

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Containerhafen von Port Chalmers

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Wenden auf engstem Raum

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Im Hafen von Port Chalmers

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Beladen bei Nacht.

Nach diesem Foto wurde ich von der Security erst einmal zusammengeschissen, weil ich außerhalb des vorgegebenen Fußwegs ging. „Bad practice, mate!“

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Port Chalmers hat einen wunderschönen Bahnhof

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Containerhäfchen von Timaru

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Melbourne

Posted by Markus - Februar 11, 2012

Ich bin schon wieder aus Sydney weg und in Melbourne. Am Wochenende waren wir im Umland von Sydney, Bericht kommt. Mit dem Nachtzug habe ich hoffentlich ein letztes Mal meine Knochen geschunden und bin heute morgen in Melbourne angekommen. Von hier aus fahre ich morgen früh mit dem Containerschiff, der „Bahia Negra“ nach Timaru auf der Südinsel Neuseelands. Das wird aller Vorraussicht nach 5 Tage dauern. Meinen Rucksack habe ich schon auf dem Schiff verstaut um mir tagsüber Melbourne anzuschauen. Zum Mittagessen traf ich noch Pat, einen Australier, den ich in Dili kennengelernt hatte.

Die „Bahia Negra“ ist riesig. Über 250 Meter lang. Ich war nur kurz drauf, aber das war schon beindruckend. Ich hoffe mal auf der Überfahrt habe ich Gelegenheit mal die ganzen Abläufe erklärt zu bekommen. Zeit wäre ja. Meine Kabine ist schon mal größer als auf dem Katamaran. Alles sehr komfortabel. Bilder gibt’s dann danach.

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Blue Mountains, Royal National Park, Watson Bay

Posted by Markus - Februar 11, 2012

Jetzt wurde es doch noch schöneres Wetter. Und dann brennt die Sonne viel intensiver als bei uns in Europa. Slip, Slap, Slop. So heißen die australischen Vorsichtsmaßnahmen. Slip on a shirt, slap on a hat, slop on some sunscreen. So ausgerüstet sind wir in die Blue Mountains gefahren. 70 km westlich von Sydney. Von einem Plateau hatte man eine wunderschöne Sicht in das weitläufige Tal mit seinen Wäldern. Wir haben dann eine dreistündige Wanderung gemacht. Vorbei an Wasserfällen und Eukalyptusbäumen. Leider saß kein Koala drin. Aber Papageien flogen des Wegs. Es tat ziemlich gut nach dem Leben auf engstem Raum die letzten Wochen, mal wieder etwas Bewegung zu haben.

Am nächsten Tag waren wir am Meer, im Royal National Park. Wieder außerhalb, 50 km südlich von Sydney. Der Strand dort war nicht der eigentliche Schwimmstrand von Sydney und die Küste eher zerklüftet und ruppig. Daher waren auch kaum andere Menschen dort. Und zum Glück keine Jet-Skis, Motorboote und Surfer. Der Pazifik ist hier um einiges kälter als das Meer in Südostasien. Aber wer im Baikalsee geschwommen ist, den kann nichts mehr schrecken. Die Brandung war ziemlich stark, und so war das kein Schwimmen, sondern eher ein Kampf mit den Elementen. Nach 15 Minuten war ich geschafft. Auf dem Rückweg hielten wir Ausschau nach Wallabies, einer kleinen Känguru-Art. Eines kam auch direkt an uns vorbei gehoppelt. War leider etwas kamerascheu.

An meinem letzten Tag in Sydney mussten Schnax und Bine wieder arbeiten und so war ich auf mich alleine gestellt. Ich bin mit der Fähre vom Sydney Harbour 20 Minuten hinüber zur Watson Bay gefahren. Ein schöner Platz für Spaziergänge am Ufer entlang. Am Ende der Landzunge steht ein Leuchtturm. Sein Vorgänger wurde im 19. Jahrhundert gebaut nachdem ein Schiff dort an den Felsen zerschellt ist und es einen Überlebenden von 122 Seelen gab. Kurz vor meiner Überfahrt nach Neuseeland gab es all die Nachrichten über Schiffsunglücke. Italien, Neuseeland, Sydney. Aber das ist wohl selektive Wahrnehmung.

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Die Blue Mountains

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The Three Sisters

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Royal National Park

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Robbe im Pazifik

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Kampf mit den Wellen

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Wallaby

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Blick von Watson Bay auf Sydney

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